Plattdeutsch-Lexikon

SauerlĂ€nder Plattdeutsch-Lexikon – Ein plattdeutsches Lexikon, mit Wörtern, Redewendungen, Liedern und vieles mehr…

Hier entsteht das wohl grĂ¶ĂŸte „SauerlĂ€nder Platt“  Vokabel-Archiv!

Jeder von Euch ist herzlich dazu aufgefordert beim Aufbau zu helfen,
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Hier finden Sie plattdeutsche Gedichte des PlettenbergerŽs Friedrich Wilhelm Bröcker

A:  
Ärpel, ÄÀpel Kartoffeln
anbölken laut beschimpfen, anschreien — „Hat der Alte gestern wieder gebölkt.“
ÄÀs, Äase Arsch, auch: Im ÄÀse bedeutet „Ist kaputt“
   
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B:  
Balken, der Dachboden, Speicher — „HĂ€ng die SchĂŒtzenfestfahne aussem Balken.“
beömmeln sich ĂŒber jemanden oder etwas amĂŒsieren —
  „Über euren Menne könnt ich mich immer wieder beömmeln.“
betuppen betrĂŒgen — „Der TĂŒnnes wollte mich glatt um 2 Mark betuppen.“
Beie (…sĂŒpen) Bier (…trinken)
Berch Berg, Wald, “ Ich fahr mim Tregga in Berch“
Blagen Kinder (meist Mehrzahl) — „Sach den Blagen, se solln nich son Krach machen.“
Bollerkopp ungehobelter lauter Zeitgenosse
Bömsken Bonbon, SĂŒĂŸigkeiten
bölken schreien
Butter Butterbrot, auch BĂŒtterkes genannt
Bumms, der große Schusskraft beim Fußball — „Der neue StĂŒrmer hatten Riesenbumms auffen Schlappen
bĂŒrseln ist, wenn sich z.B. Wildschweine durch die Wiese buddeln
   
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C:-  
   
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D:  
dicke a) Ausdruck fĂŒr betrunken sein
dicke b) im Sinne von reichlich — „FĂŒnf Mann passen dicke innen KĂ€fer.“
dröge/droige trocken, und auch langweilig
Driete Dreck, Schmutz
dulle VerĂŒckt, z.B „dulle inne Birne“ bedeutet Doof im Kopf
   
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E:  
Echen rĂŒm Außen rum ( gehen)
Ette Kosename fĂŒr Frau/Freundin
   
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F:  
fickeerich ungeduldig sein, nervös
fisseln leichter Regen
FlÀppe (ziehen) langes, oder auch doofes Gesicht ziehen
Foffo Geschwindigkeit — „Der kam mit nem Foffo umde Kurve geschmiergelt.“
fuckeln/prockeln werkeln, tĂŒfteln, fummeln
friemeln zusammenflicken, „Der friemelt noch immer seinen ollen KĂ€fer zusammen.“
   
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G:  
gezz Ausssprache von „jetzt“
Graupe, die Versager im Sport
groggi mĂŒde, erschöpft sein — „Karl hatten ganzen Tach im Garten herumgewullackt,
  gezz isser groggi.“
gleunich Kontaktfreudig, offen
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H:  
Hauner HĂŒhner
Heiermann, der ein FĂŒnf-Mark StĂŒck
Hitte Ziege
Huilbesme der Staubsauger ( Zusammengesetzt aus „Heulen“ und „Besen“ also Heulbesen !!
Hotten Quark
Hörnertee auf SchĂŒtzenfesten sehr beliebte KrĂ€uterlikör [auch Hörnerbrause oder Hörnerwhisky]
Huppel kleiner Berg
   
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I: –  
   
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J: –  
juckeln schleichen, fahren
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K:  
Kappes Weißkohl – „Wer im Sommer Kappes klaut, hat im Winter Sauerkraut“
Kauken Kuchen
kÀbbeln zanken, streiten
KĂ€ue KĂŒhe
Kerr drĂŒckt Erstaunen aus — „Kerr, hat der sich gestern einen hinter die Binde gegossen.“
krosen im Garten: durchharken; und sonst: wĂŒhlen….?
Krösken ein VerhÀltnis haben
Killefitt Unsinn, dummes Zeug ,“Mach ja kein Killefitt, ich verlaß mich auf dich.“
klamĂŒsern basteln, schrauben, herum „fummeln“
Klotschen Holzschuhe
Kloppen Schlagen, Hauen, reinschlagen ( mit dem Hammer)
Klöten Hoden, Eier
KlĂŒngelskerl fahrender SchrotthĂ€ndler, Lumpensammler
KlĂŒmchen, KlĂŒmken Bonbon
KlĂŒĂŒsen Augen
Knifte Butterbrot, Stulle, Karo
Knist (haben) Ärger haben
Knieste Dreck, Schmutz, z.B. „Junge, wass hasse denn da widda fĂŒrne Kniste anne Buchse, hÀÀh?“
KnĂŒtterkopp Unzufriedener, Miesepeter
knĂŒddeln etwas zusammendrĂŒcken, oder auch ungebĂŒgelte WĂ€sche ist „knĂŒddelich“
Kopp Kopf
Kötte Bettler, Halunk, Schmierfink ( auch ->Köttenschwein)
Kuddelmuddel UnaufgerÀumt, Chaos
   
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L:  
LatĂŒchte Lampe
lunterig mĂŒde, abgespannt, schlapp; besonders nach anstrengender Arbeit oder kurz vor einer Grippe
lurich schlapp, mĂŒde, krĂ€nklich
lĂŒttich von schlechter QualitĂ€t; schlecht verarbeitet
   
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M :  
Mauken (Schweiss)FĂŒĂŸe — „Tu endlich deine Mauken vom Tisch.“
Melm/melmen Staub, Rauch, Qualm; stauben, rauchen, qualmen
Merlke Milch
miegen Pinkeln, “ Ich geh ma miegen, woll!“
Moggen ÄrmelbĂŒndchen
Mokke Dreck
Moie MĂŒde
Muhle Mund, Maul, „Halt de Muhle…“
   
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N:  
Nuckelpinne altes Auto
Nierteln Brennesseln
niggeln, niggelich Neugierig sein
nĂŒrteln, nĂŒrtelig schimpfen, trotzig sein
NĂŒrsel Stiel vom Apfel , auch -> Kopf
nörgeln, nörgelig Bockig sein, herummosern
   
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O:  
oppe sein aufgebraucht, kraftlos
Oschi großer Gegenstand
   
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P:  
peesen schnell rennen oder fahren
Pinörkel kleines Teil, Haken, oder Àhnliches
Pimpernellen (kriegen) zuviel kriegen, die Nase vollhaben
Pirk Verschlag, STall
PohlbĂŒrger Jemand, dessen Familie schon seit Generationen an einem Ort wohnt
Pocke dicker Bauch, oder auch Fussball
Plempern etwas verschĂŒtten
Plörre/Plempe trĂŒbe FlĂŒssigkeit; warmes Bier (auch Murke, SĂŒlte – dann aber nicht
  auf GetrĂ€nk bezogen)
plÀstern stark regnen
Plörre abgestande FlĂŒssigkeit, in negativen Sinne ( Dreckwasser ect.)
Pulle Flasche
PĂŒĂŒster Gewehr
prockeln kratzen, in etwas herumstochern
Pröleken halten ein SchwÀtzchen halten
   
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Q:  
Quasseln reden, unterhalten
Quase (Qwase) Dreck, Schmier
quackeln undeutlich, unsauber schreiben
   
   
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R:  
rantern Kinder, die lÀngst schlafen sollten, verursachen immer noch laute GerÀusche
rÀrteln ist, wenn viele durcheinander reden
rammdösig verrĂŒckt vor lauter LĂ€rm und Gerede , „Von dem Gedudel wirste
  ja echt rammdösig.“
ramentern rummosern, Theater machen
RĂŒeern Hund(e)
röppen feste ziehen, hin- und herbewegen
rĂŒmestrote ĂŒbersetzt = Straße rĂ€umen, gemeint ist Feierabend machen, etwas zu Ende
  bringen
rĂŒrseln ist wenn mann eine Schicht vom Boden eines GefĂ€sses kratzt/löst
Riebekauken Reibekuchen
   
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S:  
SiuerlÀnner, SuerlÀnner SauerlÀnder
Schaue Schuhe ( dritige Schaue= Dreckige Schuhe )
Schuwekaar Schubkarre
Schluffen a) Pantoffel
Schluffen b) Breitreifen, „Hat sich jetzt 195er Schluffen auffe Felgen gezogen.“
Schirnepiepen Schienbeine
Schlunz, der unsauber aussehende, gammelig gekleidete Person
Schmacht, der Hunger, Kohldampf
Schmackes Elan, Schwung
Schmahse Dreck
schnĂ€beln kĂŒssen
schniggen Schneien
schnuppe/schnurzpiepe egal sein, „Ist mir schnurzpiepe, wie du das schaffst.“
Schochen Beine, hauptsĂ€chlich Fußballerbeine
schröggeln (an-) anflÀmmen, anbrennen
schwatt schwarz
Spirenzken Unagemessenes Tun — „Hör endlich mit den Spirenzken auf.“
stramm betrunken
Sterkelbeern Stachelbeeren
strunkelig leicht angetrunken
stochen den Ofen “ stochen“ ‚( anheizen), oder auch mit dem Auto schnell
  fahren, z.B“ Mann was stocht der wieder de Strasse runter“
SĂŒltemaus Sauerkraut
   
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T:  
Tacken ein kleines StĂŒckchen mehr
Tellemann Telegrafenmast
Tinnef Mist, Unsinn
TwÀrs schlecht gelaunt
   
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U:-  
   
undönig ungeduldig, gereizt
ĂŒmmeln qualmen,Rauchen, “ watt ĂŒmmelt der olle Trecker widda !“
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V:  
Verdorri feine Umschreibung fĂŒr verdammt, „Verdorri noma, gezz hab ich mich schon wieder verhaun.“
Vertelleken ErzÀhlung, Annekdote
   
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W:  
waahne sehr, „es ist wahne lange hell“
Wallachei rĂŒckstĂ€ndige, unwegsame Gegend — „Wie sind mittem Tregga durche Wallachei gefahren.
wacker schnell, sofort
wĂ€mmsen sich prĂŒgeln, hauen, oder auch: den Nagel ins Brett wĂ€mmsen
woll Allerweltswort, eines der meistgesprochenen Wörter im Sauerland,
wonnich Ă€hnlich dem Wort „woll“, damit wird oft ein SAtz beendet, wie „oder“ oder „Stimmts?“
   
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X:-  
   
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Y:-  
   
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Z:  
   
zemmelich unordentlich, zersaust
Ziepeln Zwiebeln
zugange sein gerade mit etwas beschĂ€ftigt sein — „Hat er sein Auto schon gewaschen?
  Nein, er is noch zugange.“
   
   

Auch beim Plattdeutsch-Lexikon ist mitmachen ausdrĂŒcklich erwĂŒnscht, daher:
Wer das Lexikon mit Vokabeln ergĂ€nzen kann, möge hier direkt ein Kommentar abgeben, oder mich ĂŒber die Kontakt-Seite kontaktieren…

 

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Redewendungen:

Wat dau et — Was macht ihr ?

nahm/naam HĂŒseken goon — zur Toilette gehen (gemeint:Plumsklo an der Hausecke)

Wem gehörste? — Frage der Älteren an Kinder, welcher Familie sie angehören.

luer, luer, luer…. — Schimpfen, genau so wie auf Hochdeutsch „Leute, Leute, Leute“

Ich muss derl –Ich muss mich hinlegen ( aufs Ohr)

Ich geh jetzt da liegen — Ich gehe jetzt schlafen

Tritt dropp, sachte Rentrop, lachen Haut dropp und trat dropp – Tritt drauf, sagte der Rentrop, legte nen Hut drauf, und trat drauf

SauerlÀndische Grammatik:

Das „R“ wird im Auslaut betonter Silben durch gleitendes „A“ ersetzt.
Gleichzeitig wird der Vokal gelÀngt.
dort — doat
Wurst — Wuast

Das „G“ im Silben Auslaut wird als „CH“ gesprochen.
steigt — steicht
Katalog — Kataloch
Tag — Tach
Genug — genuch

Neben obigen Aufweichungen gibt es auch VerhÀrtungen.
das — datt
Kopf — Kopp
HĂ€uschen – HĂ€usken

Willichnich – Will ich nicht
Maggichnich – Mag ich nicht
Kannsenich – Kannst du nicht
und so weiter…

Artikel werden an VerhÀltniswörter oder Bindewörter angehÀngt.
anne FĂŒĂŸe
ummen Hals
vonne Socken sein
weile Gegend da schöner ist

Der Genetiv existiert im Sauerland eigentlich so nicht.
Meines Bruders Haus — Mein Bruder sein Haus, noch besser — ihm sein Haus
wessen — wem sein
dessen — dem sein

Das Wort „am“ vor einem Verb drĂŒckt wie die englische „ing“-Form aus, dass eine Handlung andauert.
Es ist am plÀstern
Wir waren noch am pennen

„DafĂŒr“, „davon“ und „dazu“ werden auseinander gezogen.
davon hast du gar nichts — da haste garnix von
dafĂŒr kann er nichts — da kann er nix fĂŒr

FĂŒr-/Eigenschaftswörter werden oft nicht gebeugt.
Zieh dir mal en sauber Hemd an
Im Urlaub hatten wir schlecht Wetter
Wat unser Mutter sagt, wird gemacht

Pronomen nach einem Verb werden direkt ans Verb angehangen und verkĂŒrzt.
da must du jetzt — da musse gezz
Kannst du das mal machen? — Kannze datma machen?
Das kriegst du nicht — Dat krissenich
Da sagst du was — Da sachste wat

KausalsĂ€tze werden ungern mit „weil“ und „dem“ eingeleitet.
Ich habe kein Bier geholt, denn ich wußte nicht, daß ihr kommen wĂŒrdet. — Ich hab kein Bier geholt,
ich wußte ja nicht, datter kommt.
Er hat die Stelle als Meister bekommen, weil er die besten Zeugnisse hatte. — Er hat den Posten als Meister gekricht,
er hatte ja die besten Zeuchnisse.

„Platte“ (kuriose) Straßen,-/Ortsbezeichnungen in Plettenberg

obere Dorfstraße — Dohlennest
oberer Grafweg / Oesterweg — PfĂŒtzenkopp
Ende Silbergstrasse — MoppelÂŽs Wiese
Beiese / Gansmecker Weg — Land der fliegenden Messer /
Klein-Chicago

Dönneckes oup Platt

DEI MISTHOUPEN

Stohlschmidts Wilhelm van Genkel har twej Jungens, Kaal un Ernst. Kaal was grade vam Komiß hejme kommen. Hei har twej Johre bie dern Pionejern edeint. Hei was Sprengmester ewurn un kannt sĂŻĂ«k dorĂŒmme im Sprengen un wat domet te daun hĂŻat, bestens ut.

Dat FrĂ¶ĂŒhjohr stund nu fĂŒr de DĂŒr, un Wilhelm matte sienen twej Jungens klor, dat dei groute Misthoupen echterm Kaustalle op et Land mĂŒche und met dĂŻasem Transport sĂŒll muorgen, soubold dei Sunne opging, anefangen wĂ€ren.

Dei beiden Jungens horten sĂŻek dat an, un Kaal maket sĂŻek sine Gedanken: Dei schwore Miste op et Land te schlĂŻepen un te verdejlen was en dĂ¶ĂŒbels Plakkerigge. Hei was doch Spengmester bei dĂŻern Zalsoten ewĂ€rst un har biem Komiß sou manchen Driethoupen utrejn esprenget, dat kĂŒmme doch met dĂŻasem Misthoupen ouk sou maken. Met siener Sprengpatroune, dei hei von dern Pionejern har metgohen loten, mĂŒche dei ganze Houpen met ejnem Bous houge dĂŒrch de Luft fleigen un sĂŻak dann rundsrĂŒmme schĂ¶ĂŒn op et Land verdejlen.
Dei olle Stohlschmidts Wilhelm höt sĂŻĂ«k dat an, tĂŒt noch en paarmol bedĂ€chtig an der Mutze un mejnt: „Junge, wann die dat gerött, dann frĂŻĂ€te ĂŻĂ«k Besmen mem Stial.“Kaal un Ernst sit nu FĂŒer un Flamme. Et ejste meuten dei Diere ut dem Stalle. Me wejt jo nit, wat dei Detounatioun sou alles anrichen kann un ouk Mama un Papa got am besten sou lange taum Haarmanns Robert nĂŻawen an, do kann nix passejern.

Gesagt – gedon. At nu alles ut dĂŻam Huse was, puelt Kaal un Ernst en deip Luak in dĂŻern Misthoupen, wou dei Patroune met der langen ZĂŒndschnour guat Platz finget. Dei Beiden kieket sĂŻĂ«k noch ejnmol ĂŒmme, dat ouk alles klor es, stĂŻaket nu dei ZĂŒndschnour an, springet met ejnem Satz hingerm dicken Appelboum in Deckung. Dei Zwej seit noch, dat dat kleine FlĂ€mmken langsam op dĂŻarn Misthoupen taufĂŒchelt, 
 do 
 do gejt dei DĂŒr vam Kaustall uapen un rut kĂŒemet dei Oma un well nom HĂŒsken, wat echterm Misthoupen stejt. Bie all derm Spektakel harnse dei Oma vergĂŻĂ€rten. Sei raupet sou harre at se kunt: „Oma, Oma, Oma 
“ – ower Oma höt nix, sei es alt lange en bĂŻatchen douf op en Oohren un humpelt widder op dat HĂŒsken tau, maket dei DĂŒr uapen un settet sĂŻĂ«k in aller Ruhe op en Pott. 
 In dĂŻersem Moment gĂŻert et en Knall, at wann et Gewitter dreimol ineschlohen hĂ€r. Dei Misthoupen flĂŒget dĂŒrch de Luft, un fĂŒrn Ougenblick es et allen schwat fĂŒrn Ougen.
At sĂŻĂ«k dei Damp nu langsam vertĂŒht, blit fĂŒr Kaal un Ernst blous ejn Gedanken: ‚Wou es dei Oma?‘ – DĂŒrch dei Detounatioun stejt dat HĂŒsken schejf in der Landschaft, un met ejnem Satz sit dei Jungens dobie. Dei DĂŒr gejht oupen, dei Oma krĂŒpet dorut un reupet: „Oh Jungens, Jungens, wann iĂ«k dern Fuat im Huse loten hĂ€r, vie hĂ€rn kejn Dak mej ĂŒwerm Koppe!“

von Fritz StrÀter, Meinerzhagen

© Markus Schmellenkamp
www.alt-plettenberg.de

 

 

24 Antworten zu Plattdeutsch-Lexikon

  1. Hallo Markus,

    herzlichen Glueckwunsch zu der tollen Plettenbergseite.

    Mir sind gerade 2 begriffe eingefallen: Pruett = Kaffeesatz in Tasse und beoemmeln = kaputtlachen

    Werde mehr schicken, sobald mir wieder etwas einfÀllt.

    Herzliche Gruesse und noch einen schoenen Sonntag, Susanne

    P.S. Bist Du mit Schmellenkamps verwandt, die ein Moebelgeschaeft in Eiringhausen in der Reichsstrasse hatten? Ich kann mich auch noch an ein Café Schmellenkamp erinnern. Ist alles lange her ;-)

  2. Petra Reuter-Schmidt sagt:

    Ich bin gebĂŒrtige SauerlĂ€nderin (Balve), lebe aber schon seit 27 Jahren in MĂŒnchen. Trotzdem gibt es einige sauerlĂ€nder Wörter, die den Umzug nach Bayern ĂŒberlebt haben. Nun hat mich meine Schwester daraufhin gewiesen, dass ich wohl den Ausdruck „Trammes“ benutzt habe,im Zusammenhang “ da hat sie ganz schön Trammes (Theater) gemacht“. Ist euch der Ausdruck bekannt? Noch ein Spruch meiner Mutter, den sie oft gesagt hat, wenn etwas schiefgegangen ist: „Friggen un hei maken is fake umsĂŒss“ (Freien – d.h. jemandem den Hof machen -und Heu machen ist oft umsonst/vergebens“) Ob die Schreibweise richtig ist, weiß ich nicht, da seid ihr die Experten. Gruß aus MĂŒnchen

  3. Thorsten Janke sagt:

    Hallo Markus,
    habe hier noch ein paar AusdrĂŒcke fĂŒr dein Lexikon:
    1. öllerich = unrund/uneben
    2. Buiterling = neu zugezogener BĂŒrger ( Affeln ; ) )
    3. prattig sein = beleidigt sein
    4. oesig sein = böse sein
    5. riÀrteln = Karfreitagsbrauch-Die Kinder des Dorfes gehen vor Ostern mit Ratschen (RiÀrtel genannt) durch das Dorf und ersetzen so die Kirchenglocken.
    6. kungeln = tauschen/handeln
    7. Pöhle = Butterbrot
    8. schrappich = geizig
    9.(rein) wÀmmsen = reinschlagen/ treten = er wÀmmst den Nagel in den Balken/er wÀmmst den Ball ins Tor.

    Ich hoffe. du kannst damit etwas anfangen.

    Viele GrĂŒĂŸe.
    Thorsten und Bettina Janke

  4. Michael Neumann sagt:

    Guten Abend!
    Dem wohl grĂ¶ĂŸten Platt-Lexikon ist aber böse die Luft ausgegangen – da lĂ€uft ja Wiki weiter vorn in der Spitze der Fortschritts…
    Schade eigentlich!
    Michael (StiĂ€rt us LĂŒnsche)

    • M.Schmellenkamp sagt:

      Hallo Michael,
      diese Internetseite wird von mir PRIVAT (!) als Hobby betrieben, und das seit ca. 12 Jahren. In diesem 12 Jahren habe ich schon sehr sehr viele Stunden in die Programmierung und Gestaltung dieser Internetseite investiert, monatlich finden Aktualisierungen und ErgĂ€nzungen statt, jedoch nicht in JEDEM Bereich. Die Besucherzahlen sprechen fĂŒr sich. Wie bereits oben beschrieben ist JEDER herzlich dazu aufgefordert an diesem Plattdeutsch-Lexikon(und an dem Rest der Webseite) mitzuarbeiten. Bekomme ich keine Vokabeln kann ich auch nichts hinzufĂŒgen! Anstatt solcher Kommentare hĂ€tte ich mich darĂŒber gefreut „Futter“ fĂŒr das Lexikon zu bekommen.

  5. Graf, Erich sagt:

    Tach zusammen,
    ich auch ein SauerlĂ€nder und weiß nicht was “ TĂ¶ĂŒrfeln“ ist. Es muß irgendwie
    was leckeres zum Essen sein. Könnt Ihr mir weiterhelfen?
    Das wÀre schön und schon mal vielen Dank vorab.

    MfG
    E.Graf

  6. Martin Blech sagt:

    Hi, habe hier ein paar Worte, die im Laufe eines GesprÀchs mit meiner Mutter hÀufiger vorkommen.
    der Droppen = der Tropfen Regen, es gab keinen Droppen Regen.
    Muckefug = Kornkaffee, Kaffee-Ersatz, frĂŒher auch Kinderkaffee genannt (Karo-Kaffee)
    Ich werde weiterhin gut zuhören.
    GrĂŒĂŸe

  7. Karl-Hans Mayer sagt:

    Es fehlt das Wort „ZIPPE“
    Es steht fĂŒr alle weiblichen Tiere, wird auc fĂŒr Ziege verwwendet und auch als Schimpfwort fĂŒr ein biisges Weib als „Olle Zippe“

  8. Karin Lederer sagt:

    Hallo,
    eine schöne Seite. Mir fehlt das schöne Wort „Schnöggel“ oder: „Du bist ja ganz schön schnöggelig/schnöggelich!“ fĂŒr die Leute, die fast nichts mögen (aufs Essen bezogen). Vielleicht könnt ihr das auch noch dazunehmen.
    LG Karin

  9. Laura sagt:

    Hallo zusammen,

    mir fielen beim Durchsehen noch drei Dinge auf, die zwar keine neuen Wörter sind, aber vielleicht BedeutungsergÀnzungen:

    – „Kappes“ kenne ich aber auch als „Quatsch“ im Sinne von „Ist doch alles Kappes.“
    – „Plempern“ hieß bei uns nicht nur „verschĂŒtten“, sondern „verschwenden im weitesten Sinne, man konnte also auch z.B. Geld „verplempern“
    – „Tacken“ wĂŒrde ich auch mit „Geld“ ĂŒbersetzen, egal welcher WĂ€hrung – „das kostet 80 Tacken“

  10. Bieke, Joachim Lennestadt sagt:

    HALLO,
    weiss jemand wie das BegrĂŒssungdwort „Herzlich Willkommen “ oder Ă€hnlich auf Platt hier im Sauerland heisst.
    Bin fĂŒr jeden Hinweis dankbar.
    Vielen Dank.

  11. M. Hoffmann sagt:

    Hallo,
    Wispelchen = Wespe
    Eymen = Immen

    Nur habe ich ein nicht gefunden und das ist Honig. Weiss vielleicht wie Honig auf Platt heisst. Gerne aus dem Ort von Balwe. Bin da sehr dankbar wenn man es weiss!

  12. Bitte nicht lachen, es ist nur ein Versuch es richtig zu machen.
    Hochdeutsch: Posieren und Heu trocknen geschieht öfters umsonst.
    Platt: Frigen and HeudrĂ€ugen geschaht mor umsĂŒss.
    Können Sie das richtig in Platt schreiben?
    Ps Der unten

  13. Sgtrox sagt:

    Mir fehlt hier noch die Redewendung aus der Kindheit, die man nicht selten als Antwort bekam, wenn man verlauten liess, dass man durst hat. Und hier wohl noch den meisten Lesern leidlich bekannt sein dĂŒrfte:
    „Dann geh nach Frau Wurst! Die hat ein kleines HĂŒnnecken, das pinkelt dir ins MĂŒnnecken!“

  14. Hallo
    Bin gerade auf der Suche nach einer ErklĂ€rung auf Eure Seite gestoßen.
    Das Wort niggelich bedeutet aber nicht neugierig. Es bedeutet griesgrĂ€mig, unduldsam. Datt is eene Niggel = Verschmitzt, clever schwer zu ĂŒbersetzen.

    LG

  15. Andrea Vogt sagt:

    Hallo,

    mir fĂ€llt noch „wulaken“ein, das bedeutet etwa wirken, etwas machen.

  16. Schweins sagt:

    Das Wort „etterig“ wurde von meinen Eltern frĂŒher oft benutzt das Hochdeutsche Wort „verdriesslich“. Hab es so in Erinnerung, stimmt das?

  17. Karl Struck sagt:

    Hallo, Freunde der SauerlÀnder Sprache,
    bin Sohn einer SauerlĂ€nderin aus Hachen. Meine verstorbene Mutter benutze oft einen Ausdruck fĂŒr Brötchen, den ich lange nicht verstanden habe.
    Beschuitken . Das Brötchen wurde beim Brotbacken ‚ beigeschossen, also nicht extra gebacken.
    Außerdem fĂ€llt mir ein:
    schlockern fĂŒr langsam gehen
    echter fĂŒr hinter
    liuter fĂŒr immer/ lauter
    oin plecksken fĂŒr ein Fleck ( nicht Schmutzfleck) kommt vor im Lied der heiligen Dreikönige: ek Kasper, ek sinn koin plecksken witt….

  18. Siegfried Blank sagt:

    Was ist “ SĂŒrke aus der Haverkiste“
    SauerlÀnder Platt aus der Region Eslohe. Es handelt sich im Essbares im Winter.
    Mfg Siegfried Blank

  19. Jan Kemper sagt:

    M. E. fehlt unter „F“ noch der Begriff „fĂŒcheln“ – mit Feuer spielen (Kerzen, Lagerfeuer, ..)

  20. Alf SchĂŒtte sagt:

    wem gehörste auch wem hörste jedenfalls in Neheim

  21. Wolfgang Derx, LĂŒdenscheid sagt:

    Im FrĂŒhjahr den Garten bestellen = den gatten anne Aerde tun

    Spruch: = Da kaman nix maken, driertse ins Bett, driertse ins Laaken

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